Österreich konkret
Kryonik in Österreich: was hier wirklich gilt
Was in Österreich anders ist
Wer in Österreich über Kryonik nachdenkt, stößt früh auf das Recht, denn Art. 10 Abs. 1 Z 12 B-VG nennt das Gesundheitswesen als Bundessache und nimmt davon ausdrücklich das Leichen- und Bestattungswesen aus. Wien und Niederösterreich haben dafür je ein eigenes Landesgesetz. Jedes Bundesland regelt außerdem selbst, welche Stelle für eine Überführung zuständig ist.
Quellen: Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG), geltende Fassung, Wiener Leichen- und Bestattungsgesetz (Landesrecht konsolidiert Wien, Fassung vom 29.10.2026), NÖ Bestattungsgesetz 2007 (Landesrecht konsolidiert Niederösterreich, Fassung vom 29.10.2026), Ausstellung einer Überführungsbewilligung/eines Leichenpasses
Auf dieser Seite steht deshalb zuerst, was sich für Österreich belegen lässt, und wo uns ein Beleg fehlt, sagen wir das.
Was in Österreich berichtet wurde
Der KURIER berichtete am 16. März 2025 unter dem Titel „Körper nach Tod einfrieren: Kommt Wiederbelebung früher als gedacht?“ über Kryokonservierung und nannte dabei das Unternehmen Tomorrow Bio. Der Artikel gibt auch Kritikern Raum, etwa Stefan Schlatt von der Universität Münster, der die Durchführbarkeit bezweifelt. Die im Artikel vom März 2025 genannten Preise weichen von der am 29. Oktober 2026 abgerufenen Preisseite ab.
Quellen: Körper nach Tod einfrieren: Kommt Wiederbelebung früher als gedacht?, Körper nach Tod einfrieren: Kommt Wiederbelebung früher als gedacht?, Körper nach Tod einfrieren: Kommt Wiederbelebung früher als gedacht?, Körper nach Tod einfrieren: Kommt Wiederbelebung früher als gedacht?, Preise
Weitere geprüfte Berichte aus österreichischen Medien liegen uns derzeit nicht vor.
Mitglieder und Patienten aus Österreich
Tomorrow.bio nennt in seiner Statistik für August 2026 mindestens 1000 Vollmitglieder. In der veröffentlichten Rangliste der zehn Länder mit den meisten Mitgliedern kommt Österreich nicht vor, Platz zehn hält Polen mit 25 Mitgliedern. Eine eigene Mitgliederzahl für Österreich nennt die Statistikseite nicht, denn Österreich erscheint dort nur in der Tabelle der Patienten.
Quellen: Tomorrow.bio-Statistiken: Mitglieder, Patienten und eingelagerte Haustiere, Tomorrow.bio-Statistiken: Mitglieder, Patienten und eingelagerte Haustiere, Tomorrow.bio-Statistiken: Mitglieder, Patienten und eingelagerte Haustiere, Tomorrow.bio-Statistiken: Mitglieder, Patienten und eingelagerte Haustiere
Deshalb zeigen wir keine Mitglieder auf einer Karte der österreichischen Städte. Eine fehlende Zahl bedeutet nicht null Mitglieder, sondern nur, dass uns keine belegte Zahl vorliegt.
Dieselbe Seite nennt in ihrer Tabelle der Patienten nach Land drei Patienten aus Österreich, Stand August 2026. Das ist eine Patientenzahl und keine Mitgliederzahl.
Quellen: Tomorrow.bio-Statistiken: Mitglieder, Patienten und eingelagerte Haustiere, Tomorrow.bio-Statistiken: Mitglieder, Patienten und eingelagerte Haustiere
Wer beteiligt ist
Tomorrow.bio hat seinen Sitz in Deutschland, führt die Kryokonservierung durch, hält die Bereitschaftsteams geschult und einsatzbereit und schließt die Verträge mit den Patienten ab.
Quellen: Langzeitlagerung
Die Patient Care Foundation in der Schweiz ist rechtliche Treuhänderin der Patienten und ihres Kapitals und verwaltet die Mittel für die Kryokonservierung.
Quellen: Langzeitlagerung
Die European Biostasis Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung in Rafz im Kanton Zürich, besitzt dort Grundstück und Gebäude und lagert die Patienten.
Quellen: EBF Home, Facility, Langzeitlagerung
In Österreich selbst brauchst du ein befugtes Bestattungsunternehmen, denn Leichen dürfen nur von einem solchen überführt werden. Einen österreichischen Kryonik-Verein mit eigenem Standort können wir nicht belegen und nennen deshalb keinen.
Quellen: Ausstellung einer Überführungsbewilligung/eines Leichenpasses, NÖ Bestattungsgesetz 2007 (Landesrecht konsolidiert Niederösterreich, Fassung vom 29.10.2026)
Wie die Infrastruktur entstand
Tomorrow.bio wurde im Jänner 2020 gegründet.
Quellen: Körper nach Tod einfrieren: Kommt Wiederbelebung früher als gedacht?
Im März 2022 war das Gebäude der EBF in Rafz fertiggestellt.
Quellen: Facility
2025 kam ein Außentank hinzu, der flüssigen Stickstoff für die Lagerung liefert.
Quellen: Facility
2026 traf in Rafz der erste ITS-Dewar ein, ein Lagerbehälter für die Lagerung bei Temperaturen oberhalb der Temperatur von flüssigem Stickstoff, der gerade getestet wird.
Quellen: Facility
Dokumentierte Fälle
Tomorrow.bio veröffentlicht seine Fallberichte jedes Jahr und stellt sie in einem Livestream vor. Die Übersicht nennt zu den einzelnen Fällen etwa, ob der ganze Körper oder nur das Gehirn konserviert wurde und ob die Person Mitglied war.
Quellen: Fallberichte, Fallberichte
Die Tabelle „Patienten nach Land“ führt für Österreich nur die Zahl drei auf, ohne Namen oder Angaben zu einzelnen Fällen. Wir ergänzen dazu nichts.
Quellen: Tomorrow.bio-Statistiken: Mitglieder, Patienten und eingelagerte Haustiere
Das Wichtigste in drei Punkten
Wien und Niederösterreich nennen als Bestattungsarten nur die Erd- und die Feuerbestattung. Der Text beider Gesetze erwähnt Kryonik nicht, wie eine Volltextsuche vom 29. Oktober 2026 ergab.
Quellen: Wiener Leichen- und Bestattungsgesetz (Landesrecht konsolidiert Wien, Fassung vom 29.10.2026), NÖ Bestattungsgesetz 2007 (Landesrecht konsolidiert Niederösterreich, Fassung vom 29.10.2026), Wiener Leichen- und Bestattungsgesetz (Landesrecht konsolidiert Wien, Fassung vom 29.10.2026), NÖ Bestattungsgesetz 2007 (Landesrecht konsolidiert Niederösterreich, Fassung vom 29.10.2026)
Als Kernregion für den Einsatz nennt Tomorrow.bio das europäische Festland, das Vereinigte Königreich und Irland sowie drei Regionen in den USA.
Quellen: Ablauf und Absicherung
Die Kryokonservierung des ganzen Körpers kostet laut Preisseite, abgerufen am 29. Oktober 2026, 200.000 Euro für Mitglieder und 230.000 Euro für Nicht-Mitglieder. Darin sind der Einsatz, das Verfahren, der Transport in die Schweiz und die Lagerung dort enthalten. Wer Mitglied sein will, zahlt die Mitgliedschaft getrennt davon, sie kostet 50 Euro im Monat. Kosten für ein österreichisches Bestattungsunternehmen, den Leichenpass oder Behördengebühren führt die Aufschlüsselung der Preisseite nicht gesondert auf, und ob sie enthalten sind, geht daraus nicht hervor. Alle Quellen und die Grenzen dieser Angaben stehen auf der Länderseite.
Quellen: Preise, Preise, Preise, Preise, Preise
Zur Länderseite Österreich →