Zu behaupten, etwas suche seinesgleichen, ist ein hoher Anspruch.

Diesen Anspruch erheben wir bewusst.

Tomorrow.bio wurde nicht gegründet, um dasselbe Kryokonservierungsverfahren mit einer schöneren Website anzubieten. Von Anfang an wollten wir den gesamten Ablauf verbessern: vom Einsatz über den chirurgischen Eingriff, die Kryoprotektion, die Abkühlung und die Messungen bis zur Lagerung. Die gewonnenen Erkenntnisse sollten in künftige Verfahren einfließen.

Das ist wichtig, weil ein technisch beeindruckendes Kryokonservierungsverfahren noch wenig darüber aussagt, wie gut das Gewebe erhalten bleibt.

Eine ausgeklügelte Pumpe allein gewährleistet noch keine gute Gewebeerhaltung. Auch eine niedrige Endtemperatur allein sagt wenig darüber aus, wie gut das Gewebe erhalten ist. Auch eine überzeugende Laboraufnahme aus einem Experiment unter Idealbedingungen belegt nicht, wie gut das Gewebe eines Patienten nach der Kryokonservierung erhalten ist.

Entscheidend ist, wie gut das Gewebe des Patienten erhalten bleibt.

Wir behaupten: Keine andere Organisation, die Menschen kryokonserviert, hat für ihr laufendes Programm öffentlich eine vergleichbare Kombination dokumentiert: Kryoprotektion des gesamten Körpers vor Ort, detaillierte Falldaten, standardisierte CT-Untersuchungen bei kryogenen Temperaturen, kontrollierte Abkühlung, veröffentlichte Fallberichte und ein Programm zur ultrastrukturellen Analyse im Aufbau.

Deshalb sind wir überzeugt, dass Tomorrow.bio bei der Qualität der Kryokonservierung weltweit Maßstäbe setzt.

Qualität beginnt dort, wo der Patient ist

Bei der Kryokonservierung stellt sich ein grundlegendes Problem. Wie gut das Gewebe erhalten bleibt, hängt bereits von den Maßnahmen vor der Ankunft des Patienten in der Lagereinrichtung ab.

Wenn der Kreislauf stillsteht, stoppt auch die Sauerstoffversorgung. Bei normaler Körpertemperatur wird das Gewebe rasch geschädigt. Kühlung verlangsamt diesen Prozess, macht bereits entstandene Schäden aber nicht rückgängig.

Deshalb richten wir das Verfahren nach den Erfordernissen am Aufenthaltsort des Patienten aus und nicht nach den Abläufen in unserer Einrichtung in der Schweiz.

Unsere Rettungswagen sind mobile Operationssäle. Wenn die Umstände es zulassen, führen wir die Kryoprotektion des gesamten Körpers standardmäßig vor Ort durch: Der chirurgische Eingriff und die Perfusion erfolgen in der Nähe des Ortes, an dem der Tod des Patienten ärztlich festgestellt wurde.

Das ist deutlich aufwendiger, als den Patienten zunächst in eine Einrichtung zu transportieren und den Eingriff dort vorzunehmen.

Ein solches Verfahren außerhalb der kontrollierten Bedingungen eines Spitals erfordert geschultes Personal, medizinische Perfusionsgeräte, Kryoprotektiva, chirurgische Erfahrung, eine gezielte Temperatursteuerung und ausreichend Ersatzgeräte und Reserven.

Auf diesen Aufwand zu verzichten, wäre einfacher.

Doch wenn Zeit und Temperatur für das Ergebnis entscheidend sind, ist es wenig sinnvoll, mit der Kryoprotektion bis nach einem langen internationalen Transport zu warten. Die Kryoprotektion vor Ort erlaubt es uns, die Perfusion früher zu beginnen und den Patienten vor dem Transport auf Trockeneistemperatur zu kühlen.

Die Ausgangsbedingungen bleiben dennoch von Fall zu Fall unterschiedlich. Ist der Tod absehbar und das Team bereits vor Ort, sind die Voraussetzungen andere als bei einem unerwarteten Todesfall, der erst Stunden später bemerkt wird.

Unsere Einsätze sind aber so organisiert, dass wir unter den jeweiligen Umständen die bestmögliche Gewebeerhaltung erreichen, auch wenn das logistisch aufwendiger ist.

Das veröffentlichte S-MIX-Framework hilft dabei, die Belastung zu beschreiben, die vor und während eines Falls aufgetreten ist. Dabei wird die verstrichene Zeit anhand der Temperatur und der geleisteten Kreislaufunterstützung gewichtet.

S-MIX wird angegeben, wenn die zugrunde liegenden Falldaten das zulassen. Der öffentliche Bericht für Patient 26 zeigt die Berechnung beispielsweise neben Temperatur-, Druck- und Perfusionsdaten.

Der S-MIX-Wert ist kein umfassendes Maß für die Qualität der Kryokonservierung. Er macht einen wichtigen Aspekt des Verfahrens überprüfbar, den Wörter wie „schnell“ oder „gut“ nur unzureichend beschreiben.

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Wir dokumentieren das Verfahren und prüfen danach das Ergebnis

Während der Kryoprotektion zeichnen unsere Teams Temperatur, Druck, Durchfluss, Lösungskonzentration und den zeitlichen Ablauf der wichtigsten Verfahrensschritte auf.

Jede Messung beantwortet eine andere Frage.

Druck und Durchfluss geben Aufschluss darüber, wie die Perfusion im Gefäßsystem verlaufen ist. Anhand des Brechungsindex lässt sich die Konzentration des Kryoprotektivums in der zugeführten und der abfließenden Lösung abschätzen. Temperaturkurven zeigen, wie schnell verschiedene Körperregionen abgekühlt sind.

Zusammen zeigen diese Daten, ob das Verfahren wie vorgesehen abgelaufen ist.

Viele Aussagen zur Qualität stützen sich jedoch ausschließlich auf diese Verfahrensdaten. Ein Gerät kann normalen Druck anzeigen, während ein Teil des Gehirns nur schlecht durchblutet wird. Ein scheinbar reibungsloses Verfahren kann trotzdem ein ungleichmäßiges Ergebnis liefern.

Deshalb schauen wir im Nachhinein genauer hin.

Seit Tomorrow.bio Menschen kryokonserviert, wurde jeder Patient vor Beginn der Langzeitlagerung mittels CT untersucht.

Die abschließende CT-Untersuchung erfolgt, während der Patient bei etwa −196 °C vollständig in flüssigen Stickstoff eingetaucht ist. Diese Untersuchungsbedingung ist für die Aussagekraft der Ergebnisse entscheidend.

Die im CT gemessenen Werte hängen von der Materialdichte ab, die sich wiederum mit der Temperatur verändert. Werden Patienten bei unterschiedlichen Temperaturen mittels CT untersucht, können Unterschiede in den Messwerten teilweise auf die Temperatur zurückgehen und müssen keine Unterschiede in der Gewebeerhaltung anzeigen.

Indem wir alle Patienten bei derselben kryogenen Endtemperatur mittels CT untersuchen, schließen wir eine wesentliche Ursache solcher Abweichungen aus. Das macht Vergleiche zwischen Regionen und zwischen Fällen deutlich aussagekräftiger.

Der Scan kann die Verteilung des Kryoprotektivums, Regionen mit Anzeichen von Eisbildung, starke Schwellungen oder Schrumpfungen, Gaseinschlüsse und sichtbare Brüche zeigen. Tomorrow.bio verwendet farbkodierte Bilder, um leichter beurteilen zu können, wie gleichmäßig das Kryoprotektivum vermutlich in das Gewebe eingedrungen ist.

Laut unserem veröffentlichten Qualitätsplan für 2026 ließ sich seit 2024 bei unseren Patienten in nahezu 100 Prozent des Gehirns mittels CT eine für die Vitrifikation ausreichende Konzentration des Kryoprotektivums nachweisen.

Das ist ein starkes Ergebnis. Das sollten wir klar aussprechen.

Deshalb untersuchen wir im Rahmen unseres Qualitätsprogramms nun auch feinere Gewebestrukturen. Mit einer CT-Untersuchung lässt sich der gesamte Körper erfassen; einzelne Membranen, Axone und Synapsen lassen sich damit jedoch nicht darstellen.

Wenn Gedächtnis und Identität von der physischen Struktur im Gehirn abhängen, reicht die grobe Anatomie nicht aus. Wir müssen wissen, wie gut die Feinstruktur des Nervengewebes erhalten geblieben ist.

Diese Feinstruktur lässt sich mittels Elektronenmikroskopie untersuchen.

Mit gesonderter Zustimmung kann Tomorrow.bio bis zu drei kleine Proben aus ausgewählten Regionen des Gehirns oder Rückenmarks entnehmen. Diese Proben sind für die ultrastrukturelle Analyse und für die Verbesserung künftiger Verfahren bestimmt.

Ergebnisse solcher Untersuchungen werden bislang nicht routinemäßig für jeden Patienten veröffentlicht.

Das Programm wird noch entwickelt, die Probenentnahme setzt eine freiwillige Zustimmung voraus, und aus einer kleinen Probe lässt sich der Erhaltungszustand des gesamten Gehirns nicht zuverlässig beurteilen. Der öffentlich zugängliche Bericht zu Patient 26 dokumentiert die Entnahme von zwei Hirnproben mit entsprechender Zustimmung, enthält aber noch keine Ergebnisse der elektronenmikroskopischen Untersuchung.

Diese Unterscheidung ist wichtig. Wir sind stolz auf diese Weiterentwicklung, auch wenn das Forschungsprogramm bislang noch keine etablierte Kennzahl zur Beurteilung der Gewebeerhaltung liefert.

Sobald Ergebnisse vorliegen, kann die Elektronenmikroskopie Befunde liefern, die mit dem CT nicht zu gewinnen sind: zum Zustand von Membranen, Synapsen, Myelin und Organellen sowie zu lokalen Gewebeschäden.

Die Untersuchung des gesamten Körpers und die Analyse kleiner Gewebeproben ergänzen einander.

Mit dem CT erfassen wir den gesamten Körper. Die Elektronenmikroskopie zeigt die Feinstruktur des Gewebes an ausgewählten Stellen. Erst zusammen mit den Daten zum zeitlichen Ablauf und zur Perfusion erlauben diese Befunde eine umfassende Beurteilung der Gewebeerhaltung.

Unser Qualitätsprüfungsprogramm kombiniert diese Untersuchungsmethoden, weil sich die Gewebeerhaltung mit keiner einzelnen Kennzahl umfassend beurteilen lässt.

Auch die Abkühlung beeinflusst, wie gut das Gewebe erhalten bleibt.

Nach der Kryoprotektion wird der Patient zunächst rasch in Richtung des Glasübergangsbereichs gekühlt, anschließend deutlich langsamer bis zur kryogenen Lagertemperatur. Mithilfe einer Computersteuerung und von Temperatursonden im Körper des Patienten kann das Team den Abkühlungsverlauf regeln und Temperaturunterschiede im Körper verringern.

Dieser Ablauf wird im Beitrag zur computergesteuerten Abkühlung auf kryogene Temperaturen erklärt. Das Ziel ist nicht einfach, −196 °C zu erreichen. Dabei sollen zusätzliche thermische Belastungen im gesamten Körper möglichst gering bleiben.

Transparenz ist Teil des Verfahrens

In Gesprächen mit Mitgliedern kam immer wieder zur Sprache, was Vertrauen schafft: eine Organisation, deren Arbeit man vor Ort kennenlernen kann, die technisch fundiert arbeitet und ihre Verfahren überprüfen lässt.

Manche Menschen wollen sämtliche Messkurven sehen. Anderen ist vor allem wichtig, dass solche Messkurven vorliegen, dass sie die Einrichtung besichtigen können und auch auf schwierige Fragen klare Antworten bekommen.

Diese Gespräche helfen uns zu verstehen, wie Vertrauen entsteht. Sie sind kein Beleg für Erhaltungsqualität.

Wie gut das Gewebe erhalten bleibt, müssen die Befunde aus den einzelnen Fällen zeigen.

Tomorrow.bio veröffentlicht nummerierte Fallberichte, die den zeitlichen Ablauf, Verfahrensdaten und CT-Befunde dokumentieren und den Verlauf fachlich einordnen. Die öffentliche Dokumentenbibliothek umfasst derzeit Berichte zu Fällen aus den Jahren 2023, 2024 und 2025.

Die schwierigen Fälle zu veröffentlichen ist wichtig. Anhand eines einzigen optimal verlaufenen Falls lässt sich leicht ein überzeugendes Bild der eigenen Qualität zeichnen.

In der Praxis können verspätete Benachrichtigungen, Erkrankungen, Gefäßprobleme, rechtlich bedingte Verzögerungen und unvorhergesehene Einsatzorte eine Kryokonservierung erschweren. Zudem muss das Team oft unter Zeitdruck entscheiden, welche Geräte es einsetzt. Werden solche Fälle in der Dokumentation ausgelassen, verliert sie ihre Aussagekraft.

Unsere Berichte behaupten nicht, dass jedes Verfahren perfekt verlaufen ist. Sie machen sichtbar, was geschehen ist, was gemessen wurde und was wir danach verändert haben.

So verbessern wir das Verfahren fortlaufend: Wir führen es durch, messen die Ergebnisse, veröffentlichen sie und passen das Verfahren entsprechend an.

Die Kryoprotektion vor Ort erhöht die Chance, das Gewebe frühzeitig mit Kryoprotektiva zu versorgen. Die aufgezeichneten Verfahrensdaten dokumentieren den Ablauf. S-MIX beschreibt die ischämische Belastung, soweit die Daten das zulassen. Kontrollierte Abkühlung begrenzt vermeidbaren thermischen Stress.

Mit CT untersuchen wir den gesamten Körper bei einer einheitlichen kryogenen Temperatur. Derzeit bauen wir ein Programm zur elektronenmikroskopischen Untersuchung von Gewebeproben auf, deren Entnahme gesondert zugestimmt wurde. Es soll die Ultrastruktur sichtbar machen, die das CT nicht erfassen kann. Die anschließende Langzeitlagerung in der Einrichtung der European Biostasis Foundation dient dazu, den erreichten Erhaltungszustand zu bewahren.

Diese Maßnahmen ergänzen einander.

Kann unsere Erhaltungsqualität noch besser werden? Absolut. Wir rechnen mit weiteren Verbesserungen.

Niemand weiß genau, wie gut das Gewebe erhalten sein müsste, damit eine Wiederbelebung künftig möglich wäre. Wir versprechen keine Wiederbelebung. Gerade wegen dieser Unsicherheit geben wir uns nicht mit „gut genug“ zufrieden.

Das beste Programm in diesem Bereich sollte sich durch die strengste Prüfung der eigenen Ergebnisse auszeichnen.

Tomorrow.bio hat das derzeit umfassendste und transparenteste System zur Kryokonservierung von Menschen aufgebaut, dessen Ergebnisse sich zudem am besten anhand von Messdaten überprüfen lassen. Wir halten dieses System für weltweit einzigartig und sehen es als unsere Aufgabe, diesen Anspruch mit jedem weiteren Fall besser zu belegen.

Kurz gesagt: Tomorrow.bio verbindet die frühzeitige Kryoprotektion des gesamten Körpers vor Ort mit detaillierten Verfahrensdaten, kontrollierter Abkühlung, CT-Untersuchungen bei kryogenen Temperaturen für jeden Patienten, veröffentlichten Fallberichten und einem Programm zur ultrastrukturellen Analyse, das derzeit aufgebaut wird. Wir halten das für das vollständigste und messbarste Programm zur menschlichen Kryokonservierung weltweit.

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