Wer wenig Geld hat, bekommt oft zu hören: Wenn einem etwas wichtig genug ist, findet man einen Weg, dafür zu bezahlen.
Ich verstehe den Gedanken dahinter. Prioritäten spielen tatsächlich eine Rolle. Aber manchmal ist dieser Satz schlicht Unsinn.
Wenn das gesamte Einkommen bereits für Miete, Essen, Medikamente und die Rückzahlung von Schulden benötigt wird, lässt sich auch mit noch so viel Entschlossenheit kein zusätzliches Geld auftreiben.
Wer ernsthaft über Kryokonservierung sprechen will, muss diese finanzielle Realität berücksichtigen. Wir sollten niemandem wegen fehlenden finanziellen Spielraums ein schlechtes Gewissen machen. Das gilt umso mehr, wenn wir unser Engagement damit begründen, dass menschliches Leben zählt.
Wir sollten aber auch nicht den umgekehrten Fehler machen.
Wer heute wenig verdient, muss deshalb nicht dauerhaft ein niedriges Einkommen haben. Das gilt für viele Studierende, aber auch für Menschen, die nach einer Phase der Arbeitslosigkeit, nach einem Umzug oder einer Scheidung oder beim Berufseinstieg vorübergehend wenig verdienen.
Hilfreicher als die Frage „Kann ich mir gerade alles leisten?“ ist deshalb eine genauere Betrachtung. Die Frage lautet: „Welchen Teil kann ich mir nicht leisten, und wird sich das voraussichtlich ändern?“
50 Euro belasten nicht jedes Budget gleich stark
Die europäische Standardmitgliedschaft bei Tomorrow.bio kostet 50 Euro pro Monat oder 500 Euro pro Jahr. Diese Preise sind öffentlich angegeben und leicht nachzuvollziehen.
Wie stark diese Beiträge das jeweilige Budget belasten, lässt sich daraus jedoch nicht ablesen.
Fünfzig Euro gibt jemand vielleicht beiläufig für ein Abendessen aus, während jemand anderem nur noch dieser Betrag für Lebensmittel bleibt. Ein einheitlicher Preis bedeutet also nicht für alle dieselbe finanzielle Belastung.
Deshalb bieten wir eine einkommensabhängige Mitgliedschaft ab 5 Euro pro Monat an. Das Gespräch ist vertraulich, und der Beitrag richtet sich danach, was die Person tatsächlich aufbringen kann.
Studierende erhalten nach Vorlage eines Inskriptionsnachweises drei Jahre lang 90 Prozent Ermäßigung. Die aktuellen Bedingungen stehen auf unserer Mitgliedschaftsseite, und wer den reduzierten Beitrag benötigt, kann sich an sales@tomorrow.bio wenden.
Ich halte das nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen für wichtig.
Niemand sollte sich finanziell überfordern müssen, um durch eine Mitgliedschaft zu zeigen, wie ernst ihm die Sache ist. Wir wollen Beiträge vereinbaren, die im Alltag finanzierbar bleiben und nicht nach drei Monaten eingestellt werden müssen, weil sie das Budget überfordern.
Der niedrigere Beitrag ermöglicht es, auch in einer finanziell schwierigen Phase Mitglied zu bleiben. So bleiben der Kontakt, die hinterlegten Unterlagen und die Vereinbarungen zur Einsatzbereitschaft bestehen, auch wenn sich die finanzielle Situation des Mitglieds verändert.
Es gibt allerdings eine wichtige Grenze, und sie zu verschweigen würde niemandem helfen.
Die Ermäßigung senkt nur den Mitgliedsbeitrag
Mitgliedschaft und Finanzierung der Kryokonservierung sind getrennte Dinge.
Der reduzierte Beitrag gilt für die Mitgliedschaft. Er verringert nicht die aktuell erforderliche Finanzierungssumme von 200.000 Euro für die Ganzkörper-Kryokonservierung oder 75.000 Euro für die reine Gehirnkonservierung.
Diese größeren Beträge decken den Eingriff und die langfristige Lagerung ab. Die meisten Mitglieder halten dieses Geld nicht bar bereit. Sie regeln die Finanzierung im Voraus, häufig über eine Lebensversicherung.
Diese Unterscheidung mag selbstverständlich erscheinen. In der Beratung führt sie jedoch oft dazu, dass sich ganz andere Fragen stellen.
In unseren Gesprächen mit Mitgliedern zeigte sich immer wieder dasselbe Muster. Manche beschäftigten sich jahrelang mit einer Kryokonservierung, ohne konkrete Schritte zu unternehmen, weil sie diese pauschal für zu teuer hielten.
Sobald sie den monatlichen Mitgliedsbeitrag und die spätere Zahlung für die Konservierung getrennt betrachteten, wurde klarer, wo das finanzielle Hindernis lag. In manchen Fällen ließ sich die Finanzierung über eine Versicherung sichern. In anderen Fällen half ein höheres Einkommen. Manchmal blieb die Kryokonservierung dennoch unerschwinglich.
Das ist in allen drei Fällen eine nützliche Erkenntnis.
Wenn 50 Euro das einzige Hindernis sind, kann die reduzierte Mitgliedschaft das Problem direkt lösen. Ist die Versicherungsprämie das Hindernis, entlastet ein reduzierter Mitgliedsbeitrag zwar das Budget, sichert aber noch nicht die gesamte Finanzierung.
Wenn wegen des Gesundheitszustands keine Versicherung abgeschlossen werden kann, ändert auch ein Rabatt daran nichts. Möglicherweise lässt sich die Finanzierung dennoch durch Ersparnisse, bestehenden Versicherungsschutz, andere Vermögenswerte oder auf anderem Weg sichern. Das muss gesondert besprochen werden.
Die Finanzierungsmöglichkeiten sind nicht austauschbar. Welche davon passt, hängt vom Alter, vom Gesundheitszustand, vom Wohnsitzland und von der finanziellen Situation ab.
Deshalb ist „Kryonik ist erschwinglich“ zu pauschal. Ebenso pauschal ist die Aussage „Kryonik ist nur etwas für Reiche“. Beide Aussagen lassen die individuelle Situation außer Acht.
Ein junges Alter erleichtert die Finanzierung, löst aber nicht alle Probleme
Studierende befinden sich finanziell oft in einer besonderen Situation.
Während des Studiums ist ihr Einkommen oft sehr niedrig. Zugleich kann es aufgrund ihres Alters und Gesundheitszustands leichter und günstiger sein, eine Lebensversicherung abzuschließen, als zu einem späteren Zeitpunkt.
Das kann Druck erzeugen, sofort zu handeln. Dahinter steht die Risikoberechnung der Versicherer: Die Prämien richten sich nach dem versicherten Risiko, das gewöhnlich mit zunehmendem Alter oder bei einer schweren Erkrankung steigt.
Eine günstige Polizze ist dennoch keine sinnvolle Wahl, wenn man sich die Prämien auf Dauer nicht leisten kann.
Das Einkommen von Studierenden kann zwischen Studienabschluss und der ersten festen Stelle wegfallen. Bei einem Umzug in ein anderes Land können andere Versicherungsangebote zur Verfügung stehen. Die Miete kann steigen. Die Rückzahlung von Schulden kann das Budget zusätzlich belasten.
Der dreijährige Studierendenrabatt soll über diese instabile Phase hinweghelfen. Er bietet vorübergehend Entlastung, garantiert aber nicht, dass nach seinem Ablauf alle vereinbarten Zahlungen problemlos leistbar sind.
Vor dem Abschluss sollte man prüfen, wie hoch die gesamte monatliche Belastung ohne Ermäßigungen ist und wann befristete Konditionen auslaufen.
Wann endet der Studierendenrabatt? Wann läuft eine befristete Lebensversicherung aus? Was passiert, wenn das Einkommen sechs Monate lang ausfällt?
Das sind langweilige Fragen. Gut so. Auch auf solche alltäglichen Fragen sollte die Finanzplanung Antworten geben.
Ein Vergleich zwischen Lebensversicherungen mit begrenzter Laufzeit und solchen mit lebenslangem Schutz zeigt, warum die derzeitige Prämienhöhe allein nicht ausschlaggebend ist.
Früh zu beginnen kann Optionen offenhalten. Dabei muss aber genügend Geld für die Miete, notwendige medizinische Versorgung und eine finanzielle Reserve für Notfälle bleiben.
Wir helfen lieber dabei, eine dauerhaft tragfähige Finanzierung zu finden, als Beiträge aus einem Vertrag einzunehmen, den das Mitglied absehbar wieder kündigen muss.
Manchmal ist es vernünftig, noch zu warten
Damit meine ich kein passives Warten.
Mit dem Satz „Ich schaue mir das noch einmal an, wenn es mir besser geht“ lässt sich eine Entscheidung auch fünfzehn Jahre lang aufschieben. Das klingt nach einem Plan, legt aber nicht fest, wann man sich wieder mit der Entscheidung befassen will.
Wer die Entscheidung bewusst aufschiebt, sollte festlegen, bei welchem Anlass er sie wieder aufgreift.
Das kann der Studienabschluss sein, das Ende einer Probezeit, die Rückzahlung einer bestimmten Schuld oder das Erreichen einer festgelegten Notreserve. Dann schaut man sich die Sache erneut an.
Man kann auch jetzt schon Versicherungsangebote einholen, ohne einen Vertrag abzuschließen. So zeigt sich, ob die vermuteten Kosten der Realität nahekommen und ob der Gesundheitszustand die Versicherbarkeit bereits beeinflusst.
Das ist wichtig, denn auch das Warten kann finanzielle Folgen haben. Mit zunehmendem Alter können die Prämien steigen, und eine später diagnostizierte Erkrankung kann den erhältlichen Versicherungsschutz einschränken. Bis die Finanzierung geregelt ist, bleibt die Vorsorge für die Kryokonservierung unvollständig.
Das bedeutet nicht, dass man um jeden Preis einen Vertrag abschließen sollte. Sinnvoll ist es, anhand der eigenen finanziellen Situation abzuwägen, welche Kosten ein sofortiger Abschluss verursacht und welche Mehrkosten durch Warten entstehen könnten.
Für manche sind ein reduzierter Mitgliedsbeitrag und eine niedrige Versicherungsprämie zusammen gut leistbar. Eine andere Person stellt fest, dass selbst 5 Euro derzeit zu viel sind.
Aus keiner dieser finanziellen Situationen lässt sich ableiten, wie sehr jemand am Leben hängt.
Wer es sich nicht leisten kann, nimmt die Sache deshalb nicht weniger ernst
In der Longevity-Szene werden finanzielle Beiträge mitunter als Beleg dafür angesehen, wie ernst es jemandem mit der Lebensverlängerung ist. Wer zahlt, ist engagiert. Wer nicht zahlt, will es offenbar nicht genug.
Diese Vorstellung gefällt mir nicht.
Unsere Aufgabe ist es, finanzielle Hürden so weit wie möglich abzubauen, ohne die tatsächlichen Kosten der Kryokonservierung zu verschweigen. Bereitschaftsteams, Rettungswagen, Ausrüstung, Transport, das Durchspülen des Gewebes mit einer Kälteschutzlösung und die Langzeitlagerung verursachen Kosten.
Eine einkommensabhängige Mitgliedschaft macht Kryokonservierung nicht für alle erschwinglich. Sie ermöglicht aber einen gerechteren Zugang zur Mitgliedschaft. Das ist ein sinnvoller Schritt.
Mit einer Versicherung können viele Menschen die Kosten der Konservierung decken, ohne sechsstellige Ersparnisse zu besitzen. Diese Möglichkeit steht allerdings nicht allen offen: Der Gesundheitszustand, das Alter oder fehlende Versicherungsangebote im jeweiligen Land können dagegen sprechen.
Eine ehrliche Einschätzung muss sowohl die Finanzierungsmöglichkeiten als auch deren Grenzen benennen.
Kryokonservierung ist nicht wohlhabenden Menschen vorbehalten. Viele ganz normale berufstätige Menschen können sie finanzieren, besonders wenn sie den Versicherungsschutz frühzeitig regeln. Die Vorstellung, Kryokonservierung sei nur für Superreiche finanzierbar, ist schlicht falsch.
Derzeit kann sie sich aber auch nicht jeder Mensch unabhängig vom Einkommen leisten.
Wenn du studierst oder ein niedriges Einkommen hast, solltest du nicht zuerst fragen, ob du irgendwie die gesamten Kosten tragen kannst.
Betrachte den Mitgliedsbeitrag und die Kosten der Konservierung getrennt. Kläre, welcher Betrag dein Budget übersteigt. Nutze den reduzierten Beitrag, wenn du dir damit die Mitgliedschaft leisten kannst, und prüfe anschließend, wie du die Konservierung finanzieren kannst, ohne deinen Lebensunterhalt zu gefährden.
Wenn die Finanzierung derzeit noch nicht möglich ist, lege ein konkretes Datum fest, an dem du sie erneut prüfst. Das ist kein Aufgeben.
Damit nimmst du die Finanzierung ernst und schaffst die Voraussetzungen für eine dauerhaft tragfähige Lösung.
Kurz gesagt: Tomorrow.bio bietet eine einkommensabhängige Mitgliedschaft ab 5 Euro pro Monat sowie drei Jahre lang 90 Prozent Rabatt für Studierende. Diese Angebote senken die Mitgliedschaftskosten. Der Betrag, der zusätzlich für die Kryokonservierung finanziert werden muss, bleibt unverändert. Eine tragfähige Finanzplanung muss daher beide Kosten berücksichtigen und genügend Geld für notwendige Lebenshaltungskosten übrig lassen.
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