Bei der Finanzierung stellt sich immer dieselbe Frage: Wie lässt sich sicherstellen, dass bei deinem Tod eine große Summe vollständig verfügbar ist, wenn du die Überweisung nicht mehr selbst veranlassen kannst?
Jede der folgenden Methoden bietet dafür eine andere Lösung. Sie unterscheiden sich vor allem darin, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und wer sich um die Auszahlung kümmern muss.
Die am häufigsten gewählte Lösung ist zugleich die günstigste und unkomplizierteste. Das ist ein Vorteil, wenn die Finanzierung auch ohne dein Zutun funktionieren muss.

Risikolebensversicherung
Bei einer Risikolebensversicherung zahlst du eine gleichbleibende Prämie für eine vereinbarte Laufzeit von meist 10, 20 oder 30 Jahren. Stirbst du innerhalb dieser Zeit, zahlt die Versicherung die vereinbarte Todesfallsumme aus.
Setzt du Tomorrow Biostasis GmbH als Begünstigte ein, fließt die Auszahlung direkt in deine Kryokonservierung. Kein Angehöriger muss das Geld auftreiben, eine Überweisung veranlassen oder deiner Entscheidung zustimmen.
Dafür stehen zwei Wege offen. Wenn du die Versicherung über unseren Partner VKB abschließt, schicken wir dir den Antrag, reichen ihn für dich ein und übernehmen die Risikoprüfung. Im Todesfall zahlt VKB direkt an uns. Alternativ schließt du bei einem Anbieter deiner Wahl in deinem Land eine Risikolebensversicherung ab und setzt uns als Begünstigte ein.
Wie diese Versicherungen funktionieren und wie die Prämien vom Alter abhängen, erfährst du unter Risikolebensversicherung und Kapitallebensversicherung.
Worauf man achten muss, ist das Ablaufdatum. Läuft deine Polizze zu deinen Lebzeiten aus, ist die Kryokonservierung dadurch nicht mehr finanziert. Bei einem späteren Neuabschluss wird die Prämie anhand deines dann höheren Alters neu berechnet.
Kapitallebensversicherung
Eine Kapitallebensversicherung bietet lebenslangen Versicherungsschutz zu einer fixen Prämie. Ein Teil jeder Prämienzahlung fließt in den Kapitalaufbau. Daraus ergibt sich ein Rückkaufswert, den du bei einer vorzeitigen Kündigung erhältst; die Erträge werden erst später besteuert.
Sie kostet für dieselbe Leistung ein Vielfaches einer Risikolebensversicherung. Der Rückkaufswert wächst nur langsam; Gebühren und Abschläge bei vorzeitiger Kündigung mindern ihn zusätzlich. Wer die Polizze als Sicherheit für einen Kredit nutzt, zahlt dafür Zinsen und verringert die im Todesfall ausgezahlte Summe.
Sie eignet sich vor allem als Ergänzung zu einer Risikolebensversicherung: Diese bietet in den ersten Jahrzehnten günstigen Versicherungsschutz, die Kapitallebensversicherung sichert die Zeit danach ab.
Trusts
Ein Trust, bei dem die Treuhänder nach eigenem Ermessen über die Verwendung der Mittel entscheiden, erfüllt nacheinander zwei Aufgaben. Aus dem Trust werden zunächst die Kryokonservierung und die langfristige Aufbewahrung bezahlt. Das verbleibende Vermögen wird angelegt, damit die betreffende Person nach einer möglichen Wiederbelebung finanziell versorgt ist.
Die meisten Klienten finanzieren den Trust über eine Lebensversicherung, die auf den Trust läuft. So steht das Geld unmittelbar nach der amtlichen Feststellung des Todes zur Verfügung, ohne dass das Verlassenschaftsverfahren abgewartet werden muss.
Für Personen mit Wohnsitz im Vereinigten Königreich ist dies der flexibelste Weg. Treuhänder können auf veränderte Anforderungen reagieren, auch über lange Zeiträume hinweg. Ein entsprechend gestalteter Trust bietet zudem Vorteile bei der Erbschaftsteuer. Die Mittel sind für die Kryokonservierung zweckgebunden.
Nach britischem Recht müssen dafür mehrere Personen als mögliche Begünstigte vorgesehen sein. Außerdem sind eine fachgerecht erstellte Trusturkunde und die laufende Erfüllung der britischen Steuerpflichten und Berichtspflichten für Trusts erforderlich. Solche Fragen gehören zur Vermögensverwaltung. Mehr dazu findest du unter „Vermögensverwaltung für die Kryokonservierung“.
Ob Vermögen nach dem rechtlich festgestellten Tod erhalten und nach einer möglichen Wiederbelebung an die betreffende Person übertragen werden kann, ist bislang ungeklärt. Mehr dazu findest du unter „Kann Vermögen für die Nutzung nach einer Wiederbelebung erhalten werden“.
Vorauszahlung
Du kannst auch direkt an Tomorrow.bio zahlen, ohne Versicherung oder Trust.
Wir akzeptieren Vorauszahlungen in zwei Situationen: wenn die ärztlich bestätigte Lebenserwartung unter 12 Monaten liegt oder wenn für einen Patienten in kritischem Zustand oder einen kürzlich Verstorbenen sofort Vorkehrungen getroffen werden müssen.
Diese Möglichkeit ist für Fälle vorgesehen, in denen die Zeit nicht mehr ausreicht, um die Finanzierung auf anderem Weg zu sichern. Welche Schritte von der Entscheidung bis zur Vertragsunterzeichnung nötig sind, erfährst du unter „Einrichtung einer Finanzierungsmethode“.
Der eine Weg, den wir nicht akzeptieren können
Ein Testament allein eignet sich nicht zur Finanzierung einer Kryokonservierung, weil das Geld daraus nicht rechtzeitig verfügbar ist.
Tomorrow.bio überweist unmittelbar nach der Kryokonservierung 120.000 Euro für die langfristige Betreuung des Patienten. Bis das testamentarisch zugewendete Geld im Verlassenschaftsverfahren verfügbar wird, vergehen Monate. Wird das Testament angefochten, kann es noch länger dauern.
Wir müssten das Geld also lange vorstrecken, bevor die Mittel aus der Verlassenschaft verfügbar wären. Diese zeitliche Lücke stellt für uns ein finanzielles Risiko dar, das wir nicht tragen können. Aus demselben Grund ist es riskant, wenn die Familie erst im Todesfall für eine familienfinanzierte Kryokonservierung aufkommen soll.
Andere Finanzierungsvereinbarungen prüfen wir im Einzelfall, sofern sie sicherstellen, dass das Geld vor der Kryokonservierung verfügbar ist. Der erste Schritt ist ein Beratungsgespräch.
Wer noch keine Finanzierung organisiert hat und eine möglichst günstige, verlässliche Lösung sucht, ist mit einer in jungen Jahren abgeschlossenen Risikolebensversicherung gut beraten. Weitere Maßnahmen können diese Absicherung ergänzen.
Kurz gesagt: Eine Lebensversicherung ist der häufigste Weg, eine Kryokonservierung zu finanzieren. Auch eine Vorauszahlung, ein Trust oder der Einsatz anderer Vermögenswerte kommen infrage. Bei einer testamentarischen Finanzierung steht das Geld dagegen meist erst nach dem Verlassenschaftsverfahren zur Verfügung und damit zu spät für die erforderliche Zahlung.
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